DER FRZ. VEREIN "LE MÉMORIAL DU LINGE 1915"

ZEITZEUGENBERICHTE

BRIEFE


Lettre du 13 juin 1915 du sergent fourrier Charles Claude MATHIEU à ses parents écrite deux jours avant sa mort à l'attaque de Metzeral.


Deutsche Übersetzung des Briefes vom 21. Juli 1915 des frz. Hauptmannes Capitaine Ferdinand Belmont

Gegen Mittag, nach dem Verhallen der letzten Explosionen, wird es auf einmal ganz still! Die Zeit des Angriffes ist gekommen. Die jetzige Minute ist entscheidend. Nach dem tösenden Lärm der Bombardierungen bedeutet diese plötzlich eintretende Stille für uns, dass die menschlichen Streitkräfte nun an der Reihe sind. Das brutale, blinde Material konnte nur zur Wegbereitung dienen. Jetzt müssen andere Elemente eingesetzt werden. Dieses Nichts, das in jedem Krieg, und insbesondere bei diesem Krieg, die Hauptrolle spielt, ist die in einem Soldatenkörper verborgene Seele. Ganz gleichgültig, wie zerbrechlich dieser Körper angesichts der totbringenden Maschinen ist, ganz gleichgültig, wie schwach die Seele dieses Körpers auch sein mag - diese beiden Elemente bilden die wesentlichen und entscheidenden Kräfte unserer Kriegshandlungen. Welch Paradox!


Deutsche Übersetzung des Briefes vom 21. August des frz. Hauptmannes Capitaine Ferdinand Belmont

Wir sind immer noch am LINGEKOPF stationiert... Unsere Poilus (frz. Bezeichnung für einfache Soldaten) sind zerlumpt, die Treter sind voller Löcher, die Hosen sehen noch viel schlimmer aus. Sich zu waschen steht vollkommen außer Frage. Die Männer können sich seit über einem Monat nicht mehr umziehen und amüsieren sich damit, ihre eigenen Läuse zu jagen. Die Moral unserer Männer ist weiterhin ausgezeichnet: weder der Schmutz, noch das Ungeziefer, der Regen oder die Boches (frz. herablassende und diffamierende Bezeichnung für die Deutschen) können die vorherrschende gute Laune beeinträchtigen.


Bericht des frz. Feldwebels Sergent-Major Noël Jourdan des 30. B.C.A.

Auf der rechten Seite erreicht ein erster Ansturm der 3. Kompagnie, der dem Aufruf des Signalshorns folgt, das Gewehr an der Schulter zu tragen, die zusätzlichen Abwehrvorkehrungen, die entlang der Straße "Route du Hohnack" und dem "Schratzmännele" vorgesehen worden sind; der intakte Aufbau kann nicht überquert werden. Der zweite, von Anfang an unter Beschuss stehende Ansturm kommt nur in geringer Zahl ans Ziel; sehr schnell müssen große Verluste verzeichnet werden: 2 getötete Unterleutnants, ein verletzter Leutnant, der Hauptfeldwebel hat ein gebrochenes Bein, er schreit den Jägern, die ihn versorgen wollen nach: "Hört nicht auf, kämpft weiter! Vorwärts! Marschiert" , 2 tödlich verletzte Obergefreite schreien "Vorwärts! Vive la France".


Brief vom 20. Juli 1915 von Marc Dorval, freiwilliger Rekrut

Nachdem ich meine Lebenssünden am Abend des 19. Juli gebeichtet habe und Sie, unseren Herrn und Gott durch die Kommunion am Morgen des 20. Julis in meinem Herzen eingeschlossen habe, bitte ich Sie, unseren Herrn und Gott, nun trotz meiner Unwürdigkeit und angesichts der Verdienste von Jesus Christus, Sohn Gottes, darum, mich anzuhören. Bitte wachen Sie schützend über mich bei dem anstehenden Kampf und bewahren Sie mich vor allem Übel. Jedoch soll Ihr Heiliger Wille stets geschehen. Wenn Sie, unser Herr und Gott, es wünschen, dass ich gesund von der Front zurückkehren soll, so soll Ihr Wille geschehen; wenn Sie, unser Herr und Gott, es wünschen, dass ich leiden soll, so soll Ihr Wille abermals geschehen; wenn Sie, unser Herr und Gott, mein Ableben wünschen, so soll Ihr Wille weiterhin geschehen - in Ihre Hände lege ich mein Leben, ich gebe Ihnen mein Leben zurück... Abschließend hoffe ich, dass es mir erlaubt ist, dem Kleinen Seminar in Saint-Vincent, dem ich auch aus der Ferne stets mit Herz und Seele angehört habe, einen letzten Gedanken zu widmen. In dieser Priesterschule habe ich die schönsten Jahre meines Lebens umgeben von den besten Lehrmeistern und den besten Kommilitonen verbracht. All diejenigen, die mich gekannt haben und zu meinen Freunden zählten, bitte ich um ein Gebet, und sollten sie das große Glück erleben, das Priestertum zu erlangen, so bitte ich sie um einen kurzen Gedanken am Altar, den ich damals gemeinsam mit ihnen anstrebte.


Brief vom August 1915 von M. Bernardin

Mein geliebter Papa, Geliebte Geschwister, Geliebte Großmutter, Geliebte Familie Bitte entschuldigt diesen Brief, den ich Euch gerade schreibe, und von dem ich weiß, dass er Euch großen Kummer verursachen wird. Wenn Ihr diese Zeilen lest, werde ich nicht mehr unter den Lebenden sein. Ich werde meine Pflicht als Franzose und Soldat ordnungsgemäß erfüllt haben.

Bitte verzeiht mir das Leid, das ich Euch verursache, aber denkt bitte daran, dass mein Opfer zur Befreiung unseres Landes beigetragen hat. Mein Opfer erscheint mir jetzt viel einfacher und leichter, und ich werde meine Pflicht nun viel leichteren Herzens tragen. Worum ich Euch nun bitte ist, stets zueinanderzustehen und zusammenzuhalten, denn nach diesem schrecklichen Kampf brauchen wir uns alle gegenseitig, um aus dem Elend wieder auferstehen zu können, um uns gegenseitig zu unterstützen, um uns gegenseitig zu helfen. Das Einverständnis, der Zusammenhalt und die Gemeinschaft geben uns die Stärke, die wir brauchen, und es gibt nichts Schöneres als eine sich einige, zusammenhaltende Familie. Ich umarme Euch alle, Vater, Großmutter, Geschwister, von ganzem Herzen. Ich sage meiner gesamten Familie Adieu. Meinen letzten Gedanken widme ich Euch allen.


Gabert L., As de guerre 14-18, ehemaliger Fußsoldat des 120. Bataillons 2. Kompagnie

"Ich habe in der Schlacht am Lingekopf gekämpft und hatte sehr viel Glück, denn ich wurde am 20. Juli 1915 verletzt und konnte meine Kräfte dennoch weiter für Frankreich einsetzen. Dieses Glück ist mir damals treu geblieben: bei den verschiedenen Schlachten an der Marne, in Verdun, an der Somme, die Schlachten um den Chemin des Dames usw., jedoch war die Schlacht am Lingekopf der schlimmste Kampf, ein schreckliches Massaker."


DAS GOLDENE BUCH

Einige Auszüge aus dem Goldenen Buch